T(R)udy: HousingFirst!
Speech "HousingFirst!" als gesprochener Text:
T(R)udy: HousingFirst als Holographic-Sticker
T(R)udy als Tattoo
Vielen lieben Dank an Jana vom Freywerk in Köln!
Speech: Housingfirst!
(German Edition, English edition below)
Zuhause!
Wie wichtig ist es doch, ein Zuhause zu haben! Einen festen Bezugspunkt, um den herum sich dein Leben ordnet. Ein Ort, der dich bei Hotlines und Behörden identifiziert. Ein Ort, wo man dich kennt und wo du dich auskennst. Wo du die Tür hinter dir abschließen und die Schrecken der Welt aussperren kannst. Wo du in Sicherheit bist und in Sicherheit bringst, was du liebst. Zuhause kannst du dich ausruhen, ohne die Gefahr, angegriffen zu werden. Du kannst dich waschen, ohne dass ein Fremder dich nackt sieht. Du kannst dir ein gesundes Essen nach deinem Geschmack zubereiten. Dort hast du ein Bett, Kleidung, ein Handtuch, einen Herd, Geschirr und Besteck. Ein Zuhause schenkt dir Sicherheit und Geborgenheit hier darfst du dich von Strapazen erholen. Du kannst dich und deine Lieben versorgen und auf die Aufgaben in der Außenwelt vorbereiten.
Ein zu Hause ist so Vieles, aber vor allem ist es das Fundament eines geordneten Lebens. Ohne ein Zuhause, werden die alltäglichsten Dinge zu riesigen Problemen. Wenn in deinem Leben mal etwas schiefgeht, ein Unfall, eine Krankheit, ein Todesfall, ein Jobverlust oder eine Trennung, bist du schneller in so einer Situation, als du dir jetzt vorstellen kannst. Ein kleiner Moment der Verletzlichkeit kann eine Spirale in Gang setzen, die in einen Abgrund führt, aus dem sich kaum aus eigenen Kräften befreien kann.
Wie wäre es für dich, wenn dein Zuhause plötzlich weg wäre?
Stell dir vor, du hättest ab morgen kein Zuhause mehr. Alles abgebrannt. Inklusive deiner Familie. Deine Arbeitsausrüstung auch. Du hast keinen Job mehr, keinen Computer, keinen Strom, aber plötzlich unzählige Sachen mit allen möglichen Stellen zu klären. Dein Körper verletzt, dein Herz gebrochen. Kein sicherer Ort, um zu heilen und wieder auf die Beine zu kommen.
Was in deinem Leben würde noch funktionieren, was würde zerfallen?
Wo lässt du deine Sachen? Packst du dir einen Rucksack, mit allem Hab und Gut und trägst ihn den ganzen Tag mit dir herum? Eine Schnecke kann das machen, die Schnecke braucht nicht viel, aber du hättest schon nach wenigen Stunden Schmerzen. Sobald du ihn stehen lässt, könnte er dir gestohlen werden. Also musst du aufpassen, Tag und Nacht. Wo wirst du schlafen, wenn du müde bist? Legst du dich auf die Straße, wo dich jeder sieht und mit dir machen kann, was er will? Suchst du dir eine Parkbank, die absichtlich so gebaut ist, dass du dich nicht Mal ausstrecken kannst? Oder versuchst du, einen Platz in einer heruntergekommenen Unterkunft zu finden, wo du mit Drogensüchtigen und Kriminellen die verdreckte Dusche teilst? Wo du bedrängt und beraubt wirst? Oder versuchst du, die Nächte bei anderen zu verbringen von deren Großzügigkeit du abhängig bist?
Wie lange wirst du noch fit sein, wenn du kaum schläfst und dir nichts gesundes mehr kochen kannst? Was machen die realen Angsterfahrungen mit deiner Psyche? Wie soll man ohne Meldeadresse Hilfe oder einen Job finden? Wie ohne Job eine Wohnung?
Es gibt viele heldenhafte Hilfen, Kältebusse, Kleiderspenden, Suppenküchen, die alle nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Du hast einen Termin beim Sozialamt? Wohin konnten die sir eigentlich den Brief schicken? Hast du überhaupt noch genug Geld für eine Fahrkarte dorthin? Vielleicht wirst du mit Leistungsentzug bestraft oder dein nächstes Zuhause wird ein Gefängnis sein, weil du wegen wiederholten Schwarzfahrens verurteilt wirst wie ein Schwerverbrecher.
Was dir jetzt wirklich helfen würde ist eine Wohnung, um dich neu zu sortieren und dein Leben wieder aufzubauen.
Es gibt Gegenden, die ein Menschenbild haben, das Menschen auch dann ermöglichen soll, ein würdevolles Leben zu leben, wenn sie kein Leistungsträger sind. Dort wird das Konzept HousingFirst bereits umgesetzt. Es gibt nur gute Ergebnisse. Leute mit einem sicheren Lebensmittelpunkt können sich wieder selbstständig um sich und ihr Leben kümmern, statt ums Überleben zu kämpfen. Sie werden deutlich weniger krank oder kriminell. Wenn sie weitere Hilfen brauchen, erreichen diese sie auch viel zuverlässiger, als jemanden, der heute nicht weiß, wo er morgen schläft.
Und was macht unsere Politik aus diesen Informationen? Sie lässt zu, dass Privatleute mit öffentlichen Grundstücken spekulieren. Dort bauen sie Büros und Luxusappartements, die leer stehen, weil sie so großzügige Gewinne erzielen können. Gentrifizierung zwingt Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Öffentlicher Wohnraum wird an private Investoren verkauft, die Mieterrechte mit Füßen treten. Die Preise steigen, Senioren leben in riesigen Wohnungen und können sie nicht für Familien frei machen, die den Platz dringend brauchen, weil sie sich eine kleinere Wohnung nicht leisten können. Die wenigen Kinder, die in Deutschland noch geboren werden, werden millionenfach in prekäre Verhältnisse gedrängt, damit bei Milliardären Profite steigen. Das sind dieselben Kinder, die sich um ein Heer an Senioren kümmern sollen, die ihnen einen zerstörten Planeten vererben, die sie als faul beschimpfen und sie auch noch in Kriegen verheizen will.
Was glaubst du, wie viel sich diese Kinder eigentlich bieten lassen?
Wie kann die Politik es zulassen, dass diese Kinder zusammengepfercht in heruntergekommenen Unterkünften oder auf der Straße leben müssen?
Wie reich muss Deutschland noch werden, damit es sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt es sich endlich leisten kann, für das Wohlergehen seiner Bürger zu sorgen?
Wieviele Milliardäre muss die arbeitende Bevölkerung noch mitdurchfüttern, bis sie sich endlich um die Bedürftigen kümmern darf?
Wie viele müssen noch alles verlieren, bevor wir Maschinen für statt gegen uns einsetzen?
Wie viele Gesetze müssen noch gebrochen werden, wie viele Unschuldige noch massakriert werden, bis klar wird, dass es auf diesem Weg keine Gewinner gibt?
Deutschland ist so reich und hält seine Bevölkerung im Elend, damit die, die noch etwas haben, so viel Angst vor Verlusten haben, dass sie sich alles gefallen lassen.
Wohnung, Ernährung und Gesundheitsversorgung müssen gesichert sein, damit Menschen sich entwickeln können. Wenn wir uns nicht schon aufgrund von Empathie und Ethik darum kümmern, so sollte es doch klar sein, dass die Wirtschaft Leistungsträger und Konsumenten braucht, damit der Wirtschaftskreislauf nicht zum Erliegen kommt. Leisten können nur die, die Raum zur Regeneration haben und konsumieren können nur die, die einen Ort haben, wo sie ihre Einkäufe unterbringen können. Wenn dich das Schicksal Wohnungsloser nicht bewegt, dann lass dir gesagt sein, dass ein Mensch, der auf Kosten des Staates wohnt und konsumiert, viel billiger ist, als einer, der auf der Straße Probleme bekommt.
Also rechnet sich HousingFirst, für die Menschlichkeit und für die Wirtschaft. Darauf kann man sich doch einigen - wenn man nicht schon soweit moralisch verrottet ist, dass man Bevölkerungsversklavung und -vernichtung für eine gute Idee hält.
Housing first!
(English edition)
Home!
How important it is to have a home! A fixed point of reference around which your life revolves. A place that identifies you to hotlines and authorities. A place where people know you and where you know your way around. Where you can lock the door behind you and shut out the horrors of the world. Where you are safe and can keep what you love safe. At home, you can rest without the danger of being attacked. You can wash without a stranger seeing you naked. You can prepare healthy food to your taste. There you have a bed, clothes, a towel, a stove, dishes, and cutlery. A home gives you security and comfort—here you can recover from your exertions. You can take care of yourself and your loved ones and prepare for the tasks of the outside world.
A home is so many things, but above all, it is the foundation of an orderly life. Without a home, the most mundane things become huge problems. If something goes wrong in your life, such as an accident, illness, death, job loss, or separation, you can find yourself in such a situation faster than you can imagine. A brief moment of vulnerability can set off a spiral that leads into an abyss from which it is almost impossible to escape on your own.
How would you feel if your home were suddenly gone?
Imagine that you no longer had a home starting tomorrow. Everything gone. Including your family. Your work equipment too. You no longer have a job, a computer, or electricity, but suddenly you have countless things to sort out with all kinds of authorities. Your body is injured, your heart is broken. There is no safe place to heal and get back on your feet.
What in your life would still work, what would fall apart?
Where do you leave your things? Do you pack a backpack with all your belongings and carry it around with you all day? A snail can do that, a snail doesn't need much, but you would be in pain after just a few hours. As soon as you leave it standing, it could be stolen. So you have to be careful, day and night. Where will you sleep when you are tired? Do you lie down on the street, where everyone can see you and do whatever they want with you? Will you look for a park bench that is deliberately designed so that you can't even stretch out? Or will you try to find a place in a run-down shelter where you share a filthy shower with drug addicts and criminals? Where you will be harassed and robbed? Or will you try to spend the nights with others, dependent on their generosity?
How long will you remain fit if you hardly sleep and can no longer cook healthy meals? What do the real experiences of fear do to your psyche? How can you find help or a job without a registered address? How can you find an apartment without a job?
There are many heroic aid organizations, cold weather buses, clothing donations, soup kitchens, all of which are just a drop in the bucket. Do you have an appointment at the social welfare office? Where could they have sent the letter? Do you even have enough money for a ticket to get there? Perhaps you will be punished with the withdrawal of benefits, or your next home will be a prison because you will be convicted of repeated fare evasion like a serious criminal.
What would really help you now is an apartment where you can get your life back on track and rebuild your life.
There are areas that have a view of humanity that should enable people to live a dignified life even if they are not high achievers. The HousingFirst concept is already being implemented there. The results are positive. People with a secure place to live can take care of themselves and their lives again instead of struggling to survive. They become significantly less ill or criminal. If they need further assistance, they are much more likely to receive it than someone who does not know where they will sleep tomorrow.
And what do our politicians do with this information? They allow private individuals to speculate with public land. They build offices and luxury apartments there, which stand empty because they can make such generous profits. Gentrification forces people to leave their homes.
Public housing is being sold to private investors who trample on tenants' rights. Prices are rising, seniors are living in huge apartments and cannot vacate them for families who urgently need the space because they cannot afford a smaller apartment. The few children still being born in Germany are being forced into precarious circumstances by the millions so that billionaires can increase their profits. These are the same children who are supposed to care for an army of senior citizens who are leaving them a destroyed planet, who call them lazy and who want to send them off to war.
How much do you think these children will actually put up with?
How can politicians allow these children to be crammed into dilapidated shelters or forced to live on the streets?
How much richer does Germany need to become before the world's third-largest economy can finally afford to care for the well-being of its citizens?
How many billionaires must the working population continue to support before they are finally allowed to care for those in need?
How many more must lose everything before we use machines for us instead of against us?
How many more laws must be broken, how many more innocent people must be massacred before it becomes clear that there are no winners on this path?
Germany is so rich, yet it keeps its population in misery so that those who still have something are so afraid of losing it that they put up with anything.
Housing, food, and healthcare must be guaranteed so that people can develop. If we don't care about this out of empathy and ethics, then it should be clear that the economy needs high achievers and consumers so that the economic cycle does not come to a standstill. Only those who have room to regenerate can perform, and only those who have a place to store their purchases can consume. If the fate of homeless people does not move you, then let me tell you that a person who lives and consumes at the expense of the state is much cheaper than one who gets into trouble on the streets.
So HousingFirst pays off, both for humanity and for the economy. We can all agree on that – unless we are so morally corrupt that we think enslaving and destroying the population is a good idea.
Du willst noch deeper ins Thema und aktiv werden?
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